(C) 2010-2018 Dr. Heinz Czapla Photography - AudioVision
Heinz+Helga Czapla
Audio-Vision
Vorgeschichte Die   Audio-Vision   (AV)   ist   die   Hohe   Schule   der   Bildpräsentation.   Die   besondere   Wirkung   ergibt   sich   aus   der   Verbindung   von   Bild   und   Ton.   Eine vertonte   Diashow   konnte   bereits   zu   Zeiten   der   analogen   Fotografie   ein   Höhepunkt   der   Bildpräsentation   sein.   Allerdings   war   der   technische Aufwand   nicht   unerheblich,   um   Bild   und   Ton   zu   synchronisieren.   Eine   weitere   Steigerung   entstand   durch   die   Überblendung   beim   Bildwechsel. Dafür   benötigte   man   bereits   zwei   Projektoren   und   ein   Steuergerät.   Später   gab   es   von   Rollei   einen   Projektor   mit   zwei   Bildschächten   und   zwei Objektiven   und   eingebauter   Steuerung.   Um   weitere   visuelle   Effekte   zu   ermöglichen,   konnte   mit   noch   mehr   Projektoren   gearbeitet   werden.   Die sogenannte   Multivision   war   geboren.   Das   Ausrichten   der   Projektoren   war   eine   anspruchsvolle   Arbeit   und   der   Ausfall   einer   Projektionslampe während der Präsentation war der Horror schlechthin. Audio-Vision mit digitalen Bildern Heute    ist    die    Audio-Vision    mit    digitalen    Inhalten    die    moderne    Form    der    altbekannten    Diashow    -    allerdings    mit    nun    völlig    ungeahnten Möglichkeiten   bei   einfachster   technischer   Ausstattung.   Man   benötigt   lediglich   einen   PC   und   eine   geeignete   Software   für   die   Präsentation.   Als Anzeigemedium   reicht   ein   Computer-Monitor   bereits   aus   (vorteilhaft   derjenige,   mit   dem   auch   die   Bildbearbeitung   ausgeführt   wurde).   Bleibt   man mit   der   Präsentation   im   heimischen   Bereich,   ist   ein   TV-Gerät   mit   großem   Flachbildschirm   die   nächste   Steigerungsmöglichkeit.   In   beiden   Fällen benötigt   man   weder   Projektor   noch   Leinwand   noch   aufwendige   Zusatzverkabelungen.   Bei   Präsentationen   in   größerem   Zuschauerkreis   bieten sich dann ein Digitalprojektor (Beamer) und eine Leinwand an. Bislang   war   die   digitale   Audio-Vision   im   wesentlichen   auf   einen   einzigen   Beamer   beschränkt. Dies,   weil   ein   PC   jeweils   nur   einen   einzigen   Beamer   steuern   konnte.   Jeder   weitere   Beamer benötigte   einen   eigenen   PC   -   und   die   Synchronisierung   der   PCs   war   keine   einfache   Übung. Moderne   PCs   mit   Multiprozessoren      können   auch   zwei   Beamer   steuern,   sodass   hier   weitere Entwicklungen   in   der   Projektionstechnik   abzusehen   sind.   Die   Bedeutung   für   den   privaten   oder semiprofessionellen   Anwender   dürfte   wegen   des   finanziellen   Aufwandes   doch   eher   beschränkt sein.   Zudem   ist   das   künstlerische   Potential   einer   AV   nicht   unbedingt   direkt   proportional   zum technischen und finanziellen Aufwand. Beamer kontra Diaprojektor Die   Frage,   ob   das   mit   dem   Beamer   projizierte   digitale   Bild   oder   das   mit   dem   Diaprojektor projizierte   Dia   ‘besser’   sei,   ist   Stoff   für   unerschöpfliche   Diskussionen.   Wer   das   Ploppen   der ungerahmten   Dias   liebt   oder   das   Wabern   der   Newton-Ringe   bei   gerahmten   Dias   als   Teil   der Show    begreift,    wird    sich    kaum    ernsthaft    mit    der    Digitalprojektion    beschäftigen.    Dies insbesondere,    wenn    hochwertige    Diaprojektoren    mit    Billig-Beamern    für    den    Bürobereich verglichen   werden   -   ebenso,   wenn   mit   Systemkameras   gemachte   Dias   in   Konkurrenz   stehen   zu   Digitalbildern   aus   preiswerten   Kompaktkameras. Schon   vor   Jahrzehnten   hat   ein   Pärchen   Leitzprojektoren   zusammen   mit   dem   Steuergerät   umgerechnet   über   2000   Euro   gekostet.   Der   schon erwähnte   Twin-Projektor   von   Rollei   wollte   sogar   mit   ca.   3300   Euro   bezahlt   werden.   Dann   sind   heute   3000   bis   5000   Euro   für   einen   geeigneten Beamer wohl nicht zu viel und die Kosten für die Präsentationssoftware fallen dazu im Vergleich kaum noch ins Gewicht. Wie   bei   der   leidigen   Diskussion   um   CD   und   Schallplatte   geht   es   auch   hier   um   die   Definition   des   Begriffes   ‘besser’.   Wenn   Herbert   von   Karajan   die CD   dem   Medium   Schallplatte   vorgezogen   hat,   so   darf   man   wohl   davon   ausgehen,   dass   die   CD   prinzipiell   für   die   Konservierung   und   Weitergabe von   Musik   besser   geeignet   ist.   Allerdings   liefert   die   CD   nicht   alle   die   Manchem   so   lieb   gewordenen   Störgeräusche   und   Schallereignisse,   die   bei der Aufnahme nicht vorhanden waren. Und außerdem gibt es auch einfach nur schlecht gemachte CDs. Ähnlich   ist   es   bei   der   Diskussion   um   den   Beamer.   Nachdem   schließlich   auch   Leica   schon   vor   Jahren   die   Fertigung   von   Diaprojektoren   eingestellt und   stattdessen   einen   hochpreisigen   Beamer   ins   Programmgenommen   hatte,   darf   man   wohl   annehmen,   dass   der   Diaprojektor   heute   keine überlegene   Technik   mehr   darstellt.   Der   Diaprojektor   projiziert   Dias   -   mit   Farbstich,   Fehlbelichtung,   Filmkorn   und   Staubflusen,   so   wie   Dias   nun einmal   sind.   Nach   einer   gewissen   Projektionszeit   verbleicht   das   Dia.   Wer   diese   Anmutung   liebt,   wird   immer   das   Dia   und   den   Diaprojektor vorziehen.   Der   Beamer   zeigt   das   digitale   Bild,   eventuell   nach   mehr   oder   weniger   aufwendiger   digitaler   Bildbearbeitung,   immer   in   der   gleichen Qualität.   In   Bezug   auf   Farbtreue,   Schärfe,   Dynamik   und   Kontrast   sind   moderne,   für   die   Wiedergabe   von   digitalen   Fotografien   geeignete   Beamer der entsprechenden Preisklassen offensichtlich über jeden Zweifel erhaben. Auch in dieser Beziehung findet wohl eher ein Glaubenskrieg statt. Software für die Bildpräsentation In   vielen   Programmen   wird   bereits   die   Möglichkeit,   Bilder   in   einer   unendlichen   Schleife anzeigen   zu   können,   als   ‘Diashow’   bezeichnet.   Auch   wenn   eventuell   eine   konstante Standzeit   vorgewählt   werden   kann   und   für   den   Überblendvorgang   verschiedene   Masken zur   Verfügung   stehen,   so   sind   dies   doch   eher   Spielereien,   von   denen   hier   aber   nicht   die Rede   sein   soll.   Eine   gute   Präsentationssoftware   sollte   nach   unseren   Erfahrungen   dem Benutzer   möglichst   viele   Freiheiten   lassen.   Der   Anfänger   wird   sich   eventuell   zunächst wohler    fühlen,    wenn    er    mit    vorgefertigten    und    festen    Elementen    arbeiten    kann. Allerdings   sollte   man   den   Wiedererkennungseffekt   beim   Betrachter   nicht   unterschätzen. Wiederholungen werden schnell langweilig und solche Software uninteressant. Nach   unserer   Meinung   gibt   es   zwei   Programme,   die   für   die   Erstellung   anspruchsvoller Audio-Visionen    besonders    geeignet    sind:    m.objects    und    Wings.    Wir    benutzen    die Software    Wings    von    Stumpfl.    Die    Entscheidung    ist    mehr    historisch    denn    sachlich begründet. Alle diesbezüglichen nachfolgenden Ausführungen gelten aber für Wings. In   diesem   Zusammenhang   soll   noch   darauf   hingewiesen   werden,   dass   Programme   wie Wings   mit   Zeitspuren   arbeiten.   Dies   können   Bildspuren,   Tonspuren,   Videospuren   und   Spuren   mit   anderen   Inhalten   und   Funktionen   sein.   Allen Spuren gemein ist, dass sie zu einer gegebenen Zeit eine definierte Aktion veranlassen. Alle Aktionen überlagern sich. In   den   Zeiten,   als   hochauflösende   Monitore   und   Beamer   noch   Seltenheitswert   hatten,   hat   sich   die   Firma   Stumpfl   den   Begriff   HDAV   (High Definition   Audio   Vision)   eintragen   lassen.   Wir   benutzen   diesen   Begriff   auch   heute   noch   gern,   weil   damit   klar   wird,   dass   es   sich   um   eine   digitale AV handelt. Gestaltung einer Audio-Vision Die   schon   zuvor   zitierte   Diashow   wird   nicht   umsonst   auch   Diavortrag   genannt.   Nicht   wenige   von   uns   verbinden   unangenehme   Erinnerungen   mit solcher   Art   der   Präsentation.   Die   Begriffe   Show   und   Vortrag   implizieren,   das   eine   Person   leibhaftig   vor   dem   Auditorium   steht   und   sich   dort produziert.   Gewöhnlich   sind   die   Bildpräsentation   wesentlicher   Anlass   und   der   Vortragende   und   sein   mündlicher   Vortrag   Bestandteil   des Ereignisses.    Es    gibt    aber    auch    den    umgekehrten    Fall,    in    dem    der    mündliche    Vortrag    maßgeblicher    Anlass    und    die    Bilder    lediglich    ein geringerwertiges   Beiwerk   sind.   Eine   weitere   mögliche   Variante   enthält   den   Vortrag   in   Form   des   Soundtrack   als   integralen   Bestandteil   der   AV.   Die Bildpräsentation   wird   heutzutage   immer   öfter   auch   mit   Videosequenzen   gemischt.   In   diesen   Formen   steht   die   klassische   Audio-Vision   zwischen Bilderaustellung in einer Galerie und Film in einem Kino. Audio-Visionen   vor   großem   Publikum   werden   gerne   in   mehrere   gesprochene   Abschnitte   mit   unvertonten   Bildern   aufgeteilt,   zwischen   denen vertonte Abschnitte ohne Eingriff des Vortragenden ablaufen. Im   Rahmen   unserer   jetzigen   Überlegungen   wollen   wir   uns   auf   Audio-Visionen   konzentrieren,   die   keinen   Life-Kommentar   erfordern.   Damit nähern   wir   uns   mehr   dem   Film   und   damit   einer   Ausformung   des   Mediums,   die   erst   mit   den   modernen   leistungsfähigen   Rechnern   und   der zugehörigen Software möglich wird. Selbst aus Standbildern lassen sich heute Film-ähnliche Bewegungsabläufe konstruieren. Die   Gestaltung   einer   AV   ist   ein   kreativer   Vorgang.   Ein   Kochrezept   gibt   es   nicht,   insbesondere,   weil   immer   wieder   neue   Einfälle   benötigt   werden um interessant zu bleiben. Trotzdem gibt es gewisse Regeln, deren Beachtung einen Erfolg, wenn nicht garantieren, so doch befördern können. Da   ist   zunächst   einmal   die   zeitliche   Länge   einer   AV.   Man   sollte   sich   darüber   im   Klaren   sein,   dass   die   Zuschauer   gewöhnlich   nicht   ganz   so enthusiastisch   sind   wie   der   Ersteller   der   AV.   Eine   Länge   einer   AV   von   15   Minuten   stellt   bereits   eine   Obergrenze   für   die   Konzentrationsfähigkeit vieler   Betrachter   dar,   vor   allem   auch   im   privaten   Bereich.   Probieren   Sie   einmal   AVs   von   1   bis   2   Minuten   Länge.   Ähnliches   betrifft   das   Einzelbild. Die   Standzeit   eines   Bildes   sollte   6   Sekunden   nicht   überschreiten.   Bei   weniger   als   2   Sekunden   kann   der   Betrachter   das   Bild   allerdings   nicht   mehr richtig   erfassen.   Die   Überblendung   sollte   meistens   kurz   und   hart   erfolgen.   Nur,   wenn   sich   während   der   Überblendung   wirklich   das   berühmte ‘dritte Bild’ zeigt, darf die Überblendungszeit etwas länger sein. Aus   den   genannten   Standzeiten   ergibt   sich   für   eine   fünfzehnminütige   AV   eine   Bedarf   von   ca.   150   Bildern.   Wenn   man   ähnliche   Bilder   vermeidet und   nur   wirklich   gelungene   Fotos   verwendet,   braucht   man   einen   Fundus   von   mindestens   1000   bis   1500   Bildern,   aus   denen   man   auswählen kann. Damit relativiert sich auch die zeitliche Länge der AV. Ein   schlechtes   Bild   bleibt   auch   in   einer   AV   ein   schlechtes   Bild.   Ein   supergutes   Bild   wird   aber   in   einer   AV   als   solches   oft   nicht   wahrgenommen, weil die Betrachtungszeit zu kurz ist. Hier sind also die Ansprüche nicht ganz so hoch wie für den Druck. Und immer wieder der Hinweis: Man vermeide zu viele optische Effekte. Wenn   eine   AV   mit   einem   Titel   beginnt   und   mit   einem   Abspann   endet,   wirkt   sie   professioneller   als   wenn   auf   solch   einen   Rahmen   verzichtet   wird. Bei    der    Wahl    der    Schriftart    sollte    man    sich    am    Inhalt    der    AV    orientieren.    Neutrale    Schriften    sind    meistens    eine    besserer    Wahl    als Verschnörkelungen und andere Unleserlichkeiten. Der Ton macht die Audio-Vision Von   der   Bedeutung   der   Vertonung   hatten   wir   bereits   gesprochen.   Der   Laie   bedient   sich   dazu   des   heimischen   CD-Vorrates.   Damit   begibt   er   sich aber   schon   mit   einem   Bein   ins   Gefängnis.   Sobald   eine   solche   AV   z.B.   in   dem   Nebenraum   eines   Lokals   vorgeführt   wird   und   ein   Fremder   den   Kopf zur   Tür   hereinstreckt,   wird   die   Vorführung   öffentlich   und   GEMA-Gebühren   werden   fällig.   Diese   sind   nicht   unerheblich   und   führen   fast   jede öffentliche   Vorführung   ins   finanzielle   Fiasko.   Alternativ   kann   man   mit   sogenannter   GEMA-freier   Musik   arbeiten.   Bei   dem   Highland-Musikarchiv sind   z.B.   alle   Lizenzgebühren,   auch   für   öffentliche   Aufführungen,   abgedeckt,   solange   die   Vorführung   nicht   in   kommerziellem   Zusammenhang steht. Andernfalls sind zusätzliche Lizenzgebühren fällig. Wenn   ein   Familienmitglied   ein   Musikinstrument   beherrscht,   kann   man   auf   die   Idee   kommen,   diese   Hausmusik   aufzunehmen   und   zu   verwenden. Aber   Vorsicht:   Jetzt   kann   zumindest   der   Notenverlag   Lizenzgebühren   einfordern.   Nur   selbst   komponiert   und   selbst   gespielt   ist   einigermaßen problemlos. Besonders   authentisch   klingt   Originalton.   Dieser   ist   aber,   wenn   es   sich   nicht   um   reines   Hintergrundrauschen   handelt,   aus   dramaturgischer   Sicht oft   problematisch.   Bewegte   Schallquellen   wirken   bei   statischen   Bildern   meistens   nur   komisch.   Beispiel:   Im   Ton   fährt   das   Auto   vorbei,   im   Bild steht es still. Oder: Der Vogel singt, aber auf dem Bild bewegt er den Schnabel nicht. Nun,   dies   all   soll   nicht   von   der   guten   Laune   beim   Vertonen   ablenken.   Ist   man   einmal   soweit,   so   wird   man   feststellen,   dass   Takt   und   Bildwechsel ebenso zusammen passen müssen wie Musik und Bildepisode. Weitergabe der Audio-Vision In   der   einfachsten   Form   wird   die   AV   auf   dem   PC   abgespielt   und   betrachtet,   auf   dem   sie   auch   erstellt   wurde.   In   diesem   Fall   ist   nichts   weiter   zu bedenken. Mit   Wings   kann   auch   eine   Video-DVD   erstellt   werden.   Die   AV   wird   dann   in   der   Qualität   der   PAL-Fernsehnorm   auf   der   DVD   gespeichert.   Die Auflösung   ist   entsprechend   schwach   und   unseren   Bemühungen   um   eine   HDAV   nicht   angemessen.   Umgekehrt   kann   man   aber   auf   jedem   DVD- Player   die   AV   abspielen   und   auf   einem   TV-Gerät   betrachten.   Dieses   Verfahren   kann   man   also   für   die   Weitergabe   in   einfacher   Form   in   Betracht ziehen. Wenn   man   die   AV   auf   eine   Blue-Ray-Disk   ausgibt,   kann   man   auf   einem   HDTV-fähigen   Fernseher   mit   Hilfe   eines   Blue-Ray-Players   die   Qualität   der HDAV   genießen.   Dieses   Verfahren   ist   ebenfalls   und   gut   für   die   Weitergabe   geeignet   Es   setzt   aber   voraus,   dass   der   Empfänger   eine   Blue-Ray- Disk abspielen kann und einen HDTV-fähigen Fernseher hat. Eine    vierte    Möglichkeit    besteht,    indem    man    die    AV    in    eine    exe-File    ausgibt    (Windows).    Diese    ausführbare    Datei    lässt    sich    auf    jedem leistungsfähigen   Laptop   oder   PC   monitorabhängig   in   voller   HDAV-Qualität   abspielen.   Bei   geeigneter   Grafikkarte   und   mit   einer   HDMI   Verbindung lässt   sich   ein   HDTV-fähiger   Fernseher   ebenfalls   als   Ausgabegerät   nutzen,   dann   in   HDAV-Qualität.   Diese   Variante   lässt   die   meisten   Freiheiten,   ist aber   wohl   auch   die   anspruchsvollste,   was   die   technische   Umsetzung   betrifft.   Wenn   die   technischen   Voraussetzungen   bestehen,   ist   dieses Verfahren bestens für die Weitergabe geeignet. In   allen   Fällen   kann   dabei   auch   ein   Beamer   zum   Einsatz   kommen,   sei   es   im   Heimkino   oder   vor   größerem   Publikum.   Dieser   sollten   dann   ebenfalls die HDTV-Norm unterstützen. Wenn   eine   Präsentation   mit   umfangreichen   Interaktionen   des   Vortragenden   stattfinden   soll,   ist   eine   Vorführung   ‘aus   der   Time-Line’   angesagt. Hierbei   läuft   Wings   mit   den   Originaldaten   auf   einem   PC   am   Vortragsort,   so   dass   nach   Belieben   in   den   Programmablauf   eingetriffen   werden   kann. Hier ist jede Präsentation ein Unikat - und körperlich-geistige Arbeit. Ausblick Die   Entwicklungstendenzen   der   Audio-Vision   gehen   vornehmlich   in   zwei   Richtungen.   Zum   einen   wird   die   Abbildungsfläche   horizontal   immer mehr gestreckt, zum anderen finden vermehrt Video-Sequenzen Verwendung. Die   klassischen   Abbildungsformate   4:3   (alte   Fernsehnorm)   und   2:3   (Kleinbildformat)   bekommen   Konkurrenz   durch   16:9   (HDTV-Format, 1920x1080   Pixel)   und   16:10   (Kinoformat,   1920x1200   Pixel).   Diese   Formate   können   jeweils   wahlweise   auf   einem   Bildschirm   oder   mit   einem Beamer dargestellt werden. Wenn   die   Abbildungsformate   noch   breiter   werden,   kommen   gewöhnlich   nur   noch   Beamer   zur   Anwendung,   man   spricht   von   Panoramaprojektion. Man   benötigt   dann   zwei   oder   mehr   Beamer.   Bei   180°-   bis      360°-Projektionen   ist   die   Zahl   der   benötigten   Beamer   nach   oben   offen,   bei bestimmten Installationen sind mehrere hundert nicht ungewöhnlich. Mit   der   Verbreitung   von   HD-Video-Cameras   und   der   zunehmenden   Möglichkeit,   auch   mit   Fotocameras   HD-Videos   zu   erstellen,   haben   vermehrt Video-Sequenzen   in   der   HDAV   Einzug   gehalten.   Der   Übergang   von   Audio-Vision   zu   Film   wird   dadurch   immer   fliessender.   Dramaturgisch   ergeben sich so ganz neue Möglichkeiten. Im   Bereich   der   Beamer,   TV-Geräte   und   Video-Cameras   bzw.   der   video-fähigen   Foto-Cameras   geistert   heutzutage   das   Schlagwort   ‘4K’   herum, auch   Ultra-HD   genannt.   Dies   besagt,   dass   die   Bildbreite   4096   Pixel   beträgt   (bei   einfacheren   Geräten   3840x2160   Pixel   bei   einem   Seitenverhältnis von   16:9).   Das   Einzelbild   hat   ca.   12,6   Megapixel   (Bildformat   4:3),   liegt   also   in   der   Größenordnung   vieler   derzeitiger   digitaler   Foto-Cameras. Entsprechend   ist   der   Schärfeeindruck   bei   entsprechend   großer   Projektion.   Eine   Video-Camera   in   ‘4K’-Technik   liefert   Bilder,   die   der   Still-Fotografie kaum   nachstehen.   Die   üblichen   heutigen   Video-Cameras   gehören   in   die   Nähe   der   ‘2K’-Klasse,   d.h.   Bildbreite   1920   oder   2048   Pixel   bei   2   bis   2,4 Megapixel   und   einem   Bildformat   von   16:9   oder   16:10.   Die   echte   ‘2K’-Klasse   hat   eine   Bildbreite   von   2048   Pixel   bei   einer   Größe   von   2,15 Megapixel   und   einem   Bildformat   von   4:3.   Zum   Vergleich:   Ein   digitales   DVD-Video   hat   eine   Breite   von   720   Pixel   bei   einer   Größe   von   0,41 Megapixel und ebenfalls einem Bildformat von 4:3. Also:   ‘4K’   gehört   die   Zukunft?   Für   den   Heimgebrauch   leider   eine   Zukunft,   die   noch   in   einiger   Ferne   liegt.   Eine   Stunde   HDAV   in   ‘4K’-Technik benötigt   nativen   Speicherplatz   in   der   Größenordnung   von   11   Terabyte   (TB)   Daten.   Um   den   Datenhunger   einigermaßen   in   vertretbarem   Rahmen zu   halten,   werden   im   Consumer-   und   auch   im   Semi-Profi-Bereich   Abstriche   an   der   Farbtiefe   und   der   Einzelbildverwaltung   gemacht.   Zur Verbesserung   der   Verarbeitungsgeschwindigkeit   wird   bei   geeigneten   Foto-Cameras   nur   ein   dem   benötigten   Bildfeld   entsprechender   Ausschnitt des Sensors benutzt; dies entspricht einer effektiven Verlängerung der Brennweite des Objektives.  Überflüssig   zu   erwähnen,   dass   der   gesamte   Workflow   einschließlich   Software   und   aller   Anzeigegeräte   auf   4K   umgestellt   werden   muss.   Daher: Ade   verlockender   Gedanke.   Das   einzig   Tröstliche   ist,   dass   im   Heimbereich   der   optische   Unterschied   zwischen   ‘2K’   und   ‘4K’   bei   den   üblichen Betrachtungsabständen     nach     unserer     Wahrnehmung     marginal     ist.     Desweiteren     gibt     es     bisher     noch     kaum     4K-Blurays     und     der Übertragungsstandard HDMI ist ebenfalls erst in Anfängen adäquat verfügbar. Ach,   und   im   Übrigen   ist   4K   schon   out,   bevor   es   sich   richtig   etabliert   hat:   8K   oder   Ultra-Ultra   HD   mit   einer   Bildbreite   von   7680   Pixel   ist   als Nachfolger   bereits   in   der   Pipeline.   Dies   entspricht   der   Auflösung   eines   Kleinbildes   von   ca.   40MP.   Da   werden   die   Anforderungen   an   die erforderliche   Größe   des   ‘digitalen   Gedächtnis’   eines   Familienvorstandes   wohl   schon   arg   strapaziert.   Oder   -   man   macht   alle   paar   Jahre   einfach   ein ‘delete   all’.   Tatsächlich   wird   die   Entwicklung   wohl   eher   in   eine   Richtung   gehen,   wo      für   unterschiedliche   Anwendungen   spezielle   Techniken   zur Anwendung   kommen.   HD-TV   (2K-Klasse)   für   die   Wiedergabe   im   Heimbereich   oder   vor   kleinerem   Publikum,   4K   für   die   Wiedergabe   in   größeren Sälen   und   vor   großem   Publikum,   schließlich   8K   für   Wiedergabe   im   kommerziellen   Umfeld   auf   internationalen   Messen   und   Ausstellungen,   das wäre so ein vorstellbarer Weg für die Zukunft.
BI-EN-EN + Co. / HO-NEY-BE-ES + Co. Ein Tag mit Kranichen / One Day with Cranes